Lektionen aus der Sterbebegleitung
Warum wir nicht alles mit uns selbst ausmachen müssen.
In meiner Arbeit als Empowerment Coach geht es oft um Sichtbarkeit, um Stärke und darum, Potenziale voll auszuschöpfen. Doch meine vielleicht wichtigsten Lektionen über die wahre Essenz von Kraft und Vertrauen lerne ich an einem Ort, der fernab von Leistungsdruck und Business-Zielen liegt: im Hospizdienst.
Die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Weg hat meinen Blick auf das Empowerment radikal verändert. Hier gibt es keine Masken mehr, keine Floskeln und kein „Später“. Hier zählt nur das Jetzt.
Ein Jahr voller Stille und Stärke
Fast ein Jahr lang durfte ich eine Frau begleiten, die an ALS erkrankt war. Ihr Körper war fast vollständig bewegungsunfähig, selbst ihren Kopf zu halten war nicht immer möglich – doch ihre Stimme und ihr Geist waren wach und klar. In dieser Zeit bauten wir ein tiefes, enges Verhältnis auf. Wir sprachen viel, doch oft war es auch das gemeinsame Aushalten der Situation, das uns verband.
Tief bewegt hat mich ein Moment gegen Ende unserer gemeinsamen Zeit: Sie vertraute mir ein Lebensgeheimnis an, das sie in ihrem ganzen Leben noch mit niemandem geteilt hatte. In diesem Moment wurde mir die enorme Tragweite von Vertrauen bewusst. Dass ich diejenige sein durfte, die diese Last am Ende mit ihr trug, hat mich zutiefst demütig werden lassen.
Die heilende Kraft der Öffnung
Dieses Erlebnis hat mir eines ganz deutlich gezeigt: Wir verbringen oft Jahrzehnte damit, Dinge mit uns selbst auszumachen. Wir tragen Lasten, Geheimnisse oder Ängste alleine herum, weil wir glauben, stark sein zu müssen. Doch diese Patientin lehrte mich: Wahre Erleichterung entsteht erst durch das Öffnen.
Es tut gut, sich mitzuteilen. Es heilt, gesehen zu werden. Und es ist ein Akt der Selbstermächtigung (Empowerment), die eigene Geschichte mit jemandem zu teilen.
Was das für meine Arbeit bedeutet
Diese Erfahrung nehme ich mit in jedes Coaching und jeden Workshop. Wenn wir im Business-Kontext über „Performance“ oder „Leadership“ sprechen, vergessen wir oft den Menschen dahinter.
Ich weiß heute, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, in denen man „echt“ sein darf.
Ich habe gelernt, dass wahre Stärke nicht bedeutet, alles alleine zu schaffen, sondern den Mut zu haben, sich verletzlich zu zeigen.
Heute: helfe ich Teams und Führungskräften nicht nur dabei, Ziele zu erreichen, sondern vor allem dabei, wieder eine echte Verbindung zu sich selbst und anderen aufzubauen. Denn wer lernt, sich zu öffnen, gewinnt eine sehr tief gehende Freiheit.
Trägst du zu viel alleine?
„Kennst du das Gefühl, eine Last allein zu tragen? Schreib mir gerne eine persönliche Nachricht. Manchmal ist das Teilen der erste Schritt in die eigene Freiheit.“
Wie ich zu diesem Ehrenamt gekommen bin
Ehrenamtliches Engagement ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Wie ich zu meinen Ehrenämtern gekommen bin, wie du ein passendes für dich finden kannst und welche positiven Effekte es für dich bereithält dich für andere einzusetzen, erfährst du hier.
Besondere Challlenge im Mai 2026
Da ich besondern die Krankheit ALS als starke Belastung erlebt habe, habe ich eine sehr tiefef Dankbarkeit für meine eigene Gesundheit und die Fähigkeit mich bewegen und kommunizieren zu können.
Im Mai nehme ich daher an der wunderbaren Aktion The May 50K teil und erlaufe Spenden für Menschen mit Multipler Sklerose.
Hier geht es zu meiner Spendenseite mit aktuellen Updates solange sie aktiv ist).
Und da ich im Rahmen dieser Challenge auch auf Sylt unterwegs sein werde, könnt ihr bei der SHZ mehr über meine 120 Kilometer Wanderung erfahren.




